Radiologie- und Laborbefunde ab Juli in der ELGA verfügbar
Dank neuer Speicherfunktionen bessere Informationen und höherer Nutzen für Patient:innen und Ärzt:innen
Im Zuge der Gesundheitsreform stellen Bund, Länder und Sozialversicherung jährlich 51 Millionen Euro für die Digitalisierung des Gesundheitssystems zur Verfügung. Ein wichtiges Projekt ist dabei der Ausbau der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA zum Gesundheitsportal für alle Menschen in Österreich. Ziel ist, dass Gesundheitsdaten unter höchsten Sicherheitsstandards einfach digital zur Verfügung stehen.
Nach der Novellierung des Gesundheitstelematikgesetzes im September 2024 wurde vergangene Woche eine umfangreiche Sammelverordnung erlassen. Die sogenannte Gesundheitstelematik-Anpassungsverordnung beinhaltet unter anderem eine Novelle zur ELGA Verordnung 2015, die Speicherverpflichtungen für Gesundheitsdienstleister:innen in der ELGA regelt. Neben der Novelle zur ELGA-Verordnung wurden außerdem eine weitere Novelle zur Gesundheitstelematikverordnung und eine Neufassung der ELGA- und eHealth-Supporteinrichtungsverordnung sowie der eHealth-Verordnung erlassen.
"Der Ausbau der ELGA zu einem umfassenden Gesundheitsportal mit echtem praktischem Nutzen ging bisher viel zu langsam voran. In den vergangenen zwei Jahren haben wir die Digitalisierungsprojekte deshalb auf neue Beine gestellt, Kompetenzen geklärt und die Finanzierung sichergestellt. Die Ergebnisse werden in den kommenden Jahren nach und nach sichtbar werden." - Bundesminister Johannes Rauch
Die Novelle der ELGA-Verordnung sorgt dafür, dass Patient:innen künftig einen einfacheren Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten haben. So müssen niedergelassene Ärzt:innen ab Juli 2025 Labor- und Radiologiebefunde und die zugehörigen Röntgen-, MRT- und CT-Bilder in der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA speichern. Ab 2026 gilt diese Verpflichtung auch für Krankenanstalten. Spätestens bis 2030 müssen schließlich alle fachärztlichen Befunde in der ELGA digital zur Verfügung stehen.
Radiologiebefunde und Laborbefunde künftig digital abrufbar
Durch das Inkrafttreten der Verordnungen mit Ende der vergangenen Woche gelten von nun an neue Verpflichtungen, welche medizinischen Daten von Gesundheitsdienstleistern in der ELGA zu speichern sind:
- Ab 1. Juli 2025 müssen niedergelassene Ärzt:innen Labor- und Radiologiebefunde und die zugehörigen Bilder speichern, also zum Beispiel Röntgenbilder, MRT, CT etc.
- Ab 1. Jänner 2026 müssen alle relevanten Gesundheitsdaten in der ELGA gespeichert werden, sofern keine spezifischen Sonderregelungen bestehen:
- Labor- und Radiologiebefunde, z.B. Röntgen, MRT, CT etc. von Krankenanstalten im Rahmen der stationären, ambulanten oder telemedizinischen Behandlung
- Verschreibungen von Medikamenten von freiberuflichen Ärzt:innen ohne Kassenvertrag
- Verschreibungen von Medikamenten von hausapothekenführenden Ärzt:innen
- Pflegesituationsberichte von Pflegeheimen
- Ab 1. Jänner 2028 müssen Krankenanstalten sowie niedergelassene Ärzt:innen auch Pathologiebefunde speichern.
- Ab 1. Jänner 2030 müssen Krankenanstalten und niedergelassene Fachärzt:innen auch sonstige fachärztliche Befunde im Rahmen der ambulanten Behandlung speichern.
Gesundheitsdienstleister können die Daten auch bereits vor dem Inkrafttreten der genannten Speicherverpflichtungen freiwillig in der ELGA speichern, um die Informationen möglichst rasch digital bereitzustellen.
Nutzen für die Patient:innen
Der Ausbau der ELGA hat für Patient:innen zahlreiche Vorteile. Sie haben dadurch jederzeit Zugriff auf ihre vollständigen medizinischen Befunde. Dies ermöglicht wiederum eine effizientere Kommunikation zwischen den behandelnden Ärzt:innen, wodurch die Behandlung verbessert wird und das Risiko von Wechselwirkungen oder Fehldiagnosen sinkt. Auch in Notfällen oder bei der Behandlung durch neue Ärzt:innen sind sämtliche Diagnosen jederzeit verfügbar.
"Gesundheitsdaten sind hochsensibel. Digitalisierungsmaßnahmen im Gesundheitsbereich werden nur von der Bevölkerung angenommen, wenn sie Vertrauen in die Sicherheit der Daten hat und die Verwendung der eigenen Daten versteht und für sinnvoll hält. Das bedeutet auch, dass mir als Patient oder Patientin die Entscheidung stets frei steht, ob ich das Angebot der ELGA in Anspruch nehme." - Bundesminister Johannes Rauch
Mehr Informationen
Allgemeine Informationen zum Thema Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) finden Sie auf unserer Website im Bereich "Gesundheit: eHealth" und auf der Website gesundheit.gv.at.