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Sozialpolitische Forschung Studien zu den Themenbereichen Lebensbedingungen und Verteilung, Kinderarmut, Teuerungs- und Inflationsbekämpfung, soziale Folgen von Covid 19, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Kennzahlen zu Lebensbedingungen

Im Aktionsplan zur europäischen Säule sozialer Rechte vom März 2021 legte die Kommission ein neues Kernziel fest, nämlich die Zahl der Menschen in Armut bis 2030 um mindestens 15 Millionen (davon mindestens 5 Millionen Kinder) zu verringern. In diesem Zusammenhang hat sich Österreich zum Ziel gesetzt, die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffenen Menschen um 204.000 Personen bis 2030 zu reduzieren. Derzeit (2023) sind 17,7 Prozent der österreichischen Bevölkerung von Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung betroffen. Bis 2030 soll diese Quote auf 13,4 Prozent fallen. Der EU-Durchschnitt (EU 27, 2022 Eurostat) liegt bei 21,6 Prozent.

Zur Verbesserung der Armutsmessung in Österreich wurde ein Indikatorenset aus 21 Kennzahlen (bis 2018 unter dem Namen "Eingliederungsindikatoren") unter Beteiligung der österreichischen Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung von der Statistik Austria im Auftrag des Sozialministeriums entwickelt.

Die Kennzahlen zu Lebensbedingungen sind eine wichtige Grundlage für sozialpolitische Analysen und die Identifizierung von Handlungsfeldern. Dieses Set von Indikatoren aus den Bereichen

  • Lebensstandard
  • Wohnraum
  • Erwerbsleben
  • Bildungschancen und
  • Gesundheit

soll die EU-Armutsberichterstattung in Österreich ergänzen. Dies ermöglicht es die Armutslagen in Österreich dauerhaft im Auge zu behalten. Des Weiteren werden derzeit auch die Fortschritte beim EU-2030-Ziel Armutsreduktion (s.o.) mit den Kennzahlen zu Lebensbedingungen überwacht Seit dem Kennzahlen-Bericht 2022 wird die registrierte Obdach- und Wohnungslosigkeit in einem höheren Detailgrad ausgewertet und liefert u.a. Einblicke in Alter, Geschlecht, Lebensort und Art der Unterbringung von Obdach- bzw. Wohnungslosen Menschen in Österreich.

Die Kennzahlen zu Lebensbedingungen 2023 (PDF, 6 MB) wurden vom Inequality Institut der Wirtschaftsuniversität Wien (INEQ) erstellt. Im diesjährigen Schwerpunktkapitel wird berechnet, wie stark verschiedene Teile der Bevölkerung (Einkommensgruppen, Rechtsverhältnis Wohnen) von den hohen Teuerungsraten in den Jahren 2021-2023 betroffen waren. Die Zeitreihe der Kennzahlen-Indikatoren befindet sich im Anhang des Berichts.

Die „Kennzahlen zu Lebensbedingungen 2022 (Excel, 112 KB)“ sind vorrübergehend in Form eines Tabellensets erschienen. Im Schwerpunktkapitel werden umfangreiche Auswertungen der registrierten Obdach- und Wohnungslosigkeit vorgenommen. Nähere Erläuterungen zu den Indikatoren finden sich im Begleitdokument (PDF, 742 KB).

Der Bericht "Kennzahlen zu Lebensbedingungen 2021 (PDF, 2 MB)" stellt Entwicklungen zwischen 2018 und 2022 dar und enthält ein Schwerpunktkapitel zum Thema Wohnen. In der Publikation "Kennzahlen zu Lebensbedingungen 2020 (PDF, 2 MB)" widmet sich ein Schwerpunktkapitel den Armutslagen und Lebensbedingungen von Kindern.

Die Daten zu: Lebensbedingungen von Beziehenden der Mindestsicherung finden Sie unter: BMS_Lebensbedingungen SILC 2017-2019

Lebensbedingungen, Armut und soziale Ausgrenzung

Die Studie wurde von Statistik Austria für den Sozialbericht 2024 erstellt.

Ziel der Studie ist die Erfassung der derzeitigen Lebensverhältnisse der österreichischen Bevölkerung und zentraler Zusammenhänge zwischen Einkommen und verschiedenen Lebensbereichen. Die Ergebnisse basieren überwiegend auf Daten der EU-weiten Erhebung EU-SILC (2022). Zudem werden Auswirkungen von Covid-19-Pandemie und Inflationskrise anhand der Statistik-Austria-Befragung „So-geht’s uns heute“ gezeigt, die seit Ende 2021 quartalsweise Daten zu Veränderungen der Lebensbedingungen, des Einkommens und des Wohlergehens der Bevölkerung erhebt.

Link zur Studie. (PDF, 674 KB)

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie können außerdem in einer Zusammenfassung des Sozialministeriums (PDF, 601 KB) nachgelesen werden.

Veröffentlichte Studien der Kennzahlen zu Lebensbedingungen:

Ökosozialstaat – Handlungsfelder eines ökologisch nachhaltigen Sozialstaates

Die Studie wurde vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und der Wissenschaftlichen Vereinigung für Analyse, Beratung und interdisziplinäre Forschung (abif) für den Sozialbericht 2024 verfasst.

Die Studie beschreibt, wie der Sozialstaat sozial-ökologisch transformiert werden könnte, damit dieser einerseits die sozialen Auswirkungen des Klimawandels abfedern kann und andererseits mögliche schädliche Auswirkungen des Sozialstaates auf das Klima verringert werden können.

Ein sozial-ökologisch transformierter Sozialstaat ermöglicht ein umweltfreundliches Arbeiten und Leben (z. B. Befriedigung von Mobilitäts-, Wohn-, und Konsumbedürfnissen auf umweltfreundliche Art. Das gelingt insbesondere durch die Bereitstellung einer leistbaren sozial-ökologischen Infrastruktur ohne Zugangsbarrieren, z. B. öffentlicher Verkehr, Naherholungsmöglichkeiten sowie Energieversorgung, und deren Ausweitung zu einem ausreichenden Angebot an Universal Basic Services). Der Ökosozialstaat schützt die Gesellschaft vor Katastrophen und Risiken (z.B. Hochwasser- und Hitzeschutz), fördert das Gemeinschaftsgefühl und sorgt für eine Kostenwahrheit (z.B. durch CO2-Steuer) und für mehr Fairness (z.B. Sichtbarmachung von unbezahlter Fürsorgearbeit).

Die Transformation des traditionellen zu einem ökologisch nachhaltigen Sozialstaat, der auch aktiv zu Klimaschutz beiträgt, bedeutet hierbei auch die Abwendung von einem Verständnis des Sozialstaats als rein reaktives Auffangnetz und die Hinwendung zu einem präventiveren, investiveren und transformativeren Sozialstaat. Die Studie beschreibt Ansatzpunkte für die sozial-ökologische Transformation des Sozialstaates in sechs Themenfeldern, um die Lebensbedingungen in Österreich zu verbessern und Klimaschäden zu minimieren.

Link zur Studie. (PDF, 767 KB)

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie können außerdem in einer Zusammenfassung des Sozialministeriums (PDF, 544 KB) nachgelesen werden.

Armutsfester Sozialstaat der Zukunft

Die Studie entstand aus einem Konsortium aus Wirtschaftsuniversität Wien, Universität Wien, WIFO sowie der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) und wurde für den Sozialbericht 2024 erstellt.

Die Studie geht der Frage nach, wie es gelingen kann, den österreichischen Sozialstaat armutsfest zu gestalten. Studien und Umfragen der letzten Jahre zeigen, dass dieser, insbesondere in Krisenzeiten, nicht alle Menschen wirksam vor Armutslagen schützt. Ziel der Studie ist es daher, Lösungsansätze für einen armutsfesten Sozialstaat für die kommende Dekade zu skizzieren. Die Studie beginnt mit der Frage, was unter einem armutsfesten Sozialstaat zu verstehen ist und wie er ausgestaltet sein müsste, um absolute Armut zu verhindern und relative Armut zumindest zu begrenzen. Die darauffolgenden Abschnitte konzentrieren sich auf bestimmte politische Handlungsfelder des österreichischen Sozialstaates, die zu einem armutsfesten Sozialstaat beitragen (können): Erwerbsarbeit, soziale Infrastruktur im Allgemeinen (Sachleistungen) und Geldleistungen.

Link zur Studie. (PDF, 951 KB)

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie können außerdem in einer Zusammenfassung des Sozialministeriums (PDF, 779 KB) nachgelesen werden.

Privateigentum und Ressourcennutzung: Wege zu einer egalitären Gesellschaft in Österreich

Die Studie wurde von Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNb) für den Sozialbericht 2024 erstellt.

Sie geht der Frage nach, welche Rolle Privateigentum und Ressourcennutzung am Weg zu einer egalitäreren Gesellschaft spielen könnten und welche steuerpolitischen Hebel dies unterstützen könnten.

Sowohl soziale Ungleichheit als auch die Bedrohungen durch die Klimakrise sind eine immense Herausforderung an die Gesellschaft. Lösungen für beide Probleme müssen gemeinsam gedacht und beim Umstellungsprozess mitbedacht werden. Die Umstellung auf eine umweltfreundlichere Wirtschaft ist mit erheblichen Kosten verbunden. Vielfältige Krisen erfordern eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Staat. Dazu sind der Studie zufolge Investitionen in Bereiche wie Pflege, Kinderbetreuung, Bildung sowie in die Infrastruktur notwendig. Außerdem solle das Steuersystem so reformiert werden, dass es stärker auf das Prinzip der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit abgestimmt ist und gleichzeitig einen ressourcenschonenden Umgang, insbesondere mit Grund und Boden, fördert.

Link zur Studie. (PDF, 859 KB)

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie können außerdem in einer Zusammenfassung des Sozialministeriums (PDF, 683 KB) nachgelesen werden.

Soziale Mobilität und Vermögensverteilung

Es „herrscht doch weite Einigkeit darüber, dass demokratische Gesellschaften Chancengleichheit fördern sollten. Das heißt, sie sollten dafür sorgen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund, über die gleichen Möglichkeiten für ein erfolgreiches Leben verfügen“ schreiben Michael Förster und Sebastian Königs in ihrem Beitrag. Wenn der Erfolg im Leben davon abhängt, in welche Familie jemand geboren wird, spricht man von geringer sozialer Mobilität einer Gesellschaft. Die beiden Autoren der OECD messen die soziale Mobilität in Österreich und zeigen, welche Maßnahmen die soziale Mobilität in Österreich fördern können.

Darauf aufbauend beschreiben Pirmin Fessler und Martin Schürz von der Oesterreichischen Nationalbank wie die privaten Vermögen in Österreich verteilt sind. Sie zeigen die steigende Bedeutung von Vermögen gegenüber Einkommen in den letzten Jahrzehnten und vermitteln, wie stark Erbschaften den Vermögensaufbau bestimmen. Die Autoren analysieren den Zusammenhang von Vermögen mit sozioökonomischen Merkmalen wie Alter, Beruf, Bildung, Einstellungen, Sozialisation und lebensgeschichtliche Erfahrungen. Damit werden Vermögensakkumulation und soziale Mobilität inhaltlich verknüpft.

Die beiden Studien sind in der Sozialpolitischen Studienreihe des Sozialministeriums erschienen. Die Studie der OECD ist zudem auch in englischer Sprache verfügbar.

Umverteilung durch den Staat in Österreich 2019 und Entwicklungen von 2005 bis 2019

Die Umverteilungsstudie wurde durch das WIFO erstellt und im Oktober 2023 veröffentlicht. Der Begriff der Umverteilung bezeichnet das Ergebnis sozialpolitischer oder steuerlicher Maßnahmen, die sich auf die Verfügbarkeit von Einkommen bzw. auf die Einkommensverteilung auswirken. Als Umverteilungsinstrumente stehen dem Staat auf der Einnahmenseite direkte und indirekte Steuern zur Verfügung; auf der Ausgabenseite kann der Staat über Geld- und Sachleistungen für die Bereiche Gesundheit, Bildung, Familie, Wohnen, Arbeitslosigkeit oder Mindestsicherung/Sozialhilfe umverteilen. Ziel der Umverteilungsstudie ist die Darstellung der Einkommenssituation privater Haushalte vor und nach Umverteilung durch Einnahmen und Ausgaben des Staates. Die gegenständliche Studie analysiert die Umverteilungswirkung des Staates für 2019 und im Zeitvergleich (2005, 2010, 2015). Vor allem Haushalte aus den unteren zwei Einkommensdritteln profitieren von der Umverteilungswirkung. Für diese ist sie ein wichtiger Bestandteil zur Absicherung des Lebensunterhalts. Die Studie und deren Ergebnisse sind unter folgendem Link abrufbar: Umverteilung durch den Staat in Österreich 2019 und Entwicklungen von 2005 bis 2019

Die Umverteilungsstudie 2015 findet sich hier (PDF, 2 MB).

 

Sozioökonomische Benachteiligung in der Kindheit in Österreich. Wesentliche Herausforderungen im aktuellen Überblick

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat im November 2023 eine neue Studie im Auftrag des Sozialministeriums zum Thema Kinderarmut bzw. Wohlbefinden von Kindern vorgelegt. Sie beinhaltet eine aktuelle Analyse der Auswirkungen von sozioökonomischen Benachteiligungen während der Kindheit auf das Leben im Erwachsenenalter in den Bereichen Gesundheit oder Beschäftigung. Eine wesentliche Neuerung stellt die Berechnung der gesamtgesellschaftlichen Kosten von Kinderarmut dar, die in dieser Form bisher nicht vorlag.

Die Studie ist in deutscher (PDF, 2 MB) und englischer Sprache abrufbar. Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie können in einer Zusammenfassung des Sozialministeriums (PDF, 576 KB) nachgelesen werden.

Die Studie wurde zudem im Analyseteil des Sozialberichts 2024 veröffentlicht.

Kinderkostenstudie und Studie zu monetären Familienleistungen 

Statistik Austria hat im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz 2021 die aktuelle Kinderkostenanalyse (PDF, 325 KB) durchgeführt.

Die aktuelle Kinderkostenstudie zeigt, dass die Kosten von Kindern deutlich höher sind als bisher gedacht. Im Schnitt betragen die Kosten für ein Kind in einem Zwei-Erwachsenenhaushalt 494€ und in einem Ein-Erwachsenenhalt 900€. Weitere Details sowie eine methodische Langfassung des Berichtes finden Sie auf der Website der Statistik Austria

Ergänzend zur Kinderkostenanalyse wurde das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) mit der Berechnung der monetären Familienleistungen für unterschiedliche Haushaltskonstellationen (PDF, 1 MB) beauftragt. Die monetären Familienleistungen decken die Kinderkosten zum Teil ab.

Mit den beiden Studien ist es möglich, die Kosten von Kindern und die ihnen gegenüberstehenden Transferleistungen direkt zu vergleichen. Ein Vergleich der Kinderkosten und monetären Familienleistungen (PDF, 468 KB) des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ist erschienen.

Unterhaltsbefragung

Die Unterhaltsbefragung (PDF, 1 MB) ist die erste systematische und repräsentative Erhebung zu Unterhaltssituation und Lebensbedingungen von Alleinerzieherinnen in Österreich. Sie wurde von Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz durchgeführt.

73% (rund 118.000) der insgesamt 161.000 minderjährigen Kinder in Alleinerzieherinnenhaushalten haben einen Anspruch auf Geldunterhalt, 51% (rund 82.000) beziehen tatsächlich Unterhaltszahlungen, 10% (rund 16.000) beziehen Unterhaltsvorschuss (davon beziehen ca. 2.000 Kinder sowohl Unterhaltsvorschuss, als auch Unterhaltszahlungen) und 4% (rund 6.000) beziehen Halbwaisenrente.

36% (rund 59.000) der insgesamt 161.000 minderjährigen Kinder in Alleinerzieherinnenhaushalten beziehen keine Zahlungen (weder Unterhaltszahlungen, noch Unterhaltsvorschuss, noch Halbwaisenrente).

Armutsgefährdung und soziale Ausgrenzung von Alleinerziehenden

Die Studie „Armutsgefährdung und soziale Ausgrenzung von Ein-Eltern-Haushalten in Österreich“ (PDF, 1 MB) von Karin Heitzmann und Astrid Pennerstorfer vom Institut Economics of Inequality der Wirtschaftsuniversität analysiert die soziale Lage von Alleinerziehenden in Österreich. Die Studie hat zum Ziel, die spezifischen Charakteristika von Ein-Eltern-Haushalten zu untersuchen und zu analysieren, wie sich die Armuts- und soziale Ausgrenzungsgefährdungsquote seit 2008 verändert hat, welche Ursachen es dafür gibt und welche Effekte von der COVID-19-Pandemie ausgehen.

Schwerpunkt Inflation in Kennzahlen zu Lebensbedingungen 2023

Die Kennzahlen zu Lebensbedingungen 2023 (PDF, 6 MB) wurden vom Inequality Institut der Wirtschaftsuniversität Wien (INEQ) erstellt.

Im Hauptteil der Studie wird festgestellt, dass sich die erhebliche soziale und materielle Deprivation seit 2021 deutlich erhöht hat. Das heißt, dass sich immer mehr Menschen notwendige Ausgaben nicht mehr leisten können. Grund ist den Autor:innen zufolge die hohe Teuerung.

Aus diesem Grund wird im Schwerpunktkapitel der Kennzahlen 2023 berechnet, wie stark verschiedene Teile der Bevölkerung (Einkommensgruppen, Rechtsverhältnis Wohnen) von den hohen Teuerungsraten in den Jahren 2021-2023 betroffen waren.

Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die zum Ausgleich der Teuerung benötigten Einkommenssteigerungen in den unteren Einkommensschichten höher waren als in den oberen Einkommen. Einkommensschwache Haushalte geben einen großen Teil ihrer monatlichen Ausgaben für Grundbedürfnisse (Lebensmittel, Wohnen & Energie) aus. Einsparungen können bei diesen Gütern kaum vorgenommen werden, weil die Menschen auf diese angewiesen sind. Niedrigverdiener sind signifikant stärker von der Teuerung der Grundbedürfnisse betroffen, insbesondere, wenn sie zur Miete wohnen und/oder mit Gas, Fernwärme oder Öl heizen.

Hinzu kommt, dass Haushalte im untersten Einkommensfünftel ihr gesamtes Einkommen für Konsumgüter ausgeben. Damit sie nicht auf Güter verzichten müssen, müsste ihr Einkommen daher im selben Ausmaß wie die Teuerung steigen. Für Haushalte mit höherem Einkommen ist die Teuerung leichter verkraftbar.

Expert:innengruppe zur Beobachtung und Analyse der Inflationsentwicklung (EBAI) 

Für ein besseres Verständnis über aktuelle und mögliche künftige Preisentwicklungen und für die Entwicklung von Gegenmaßnahmen wurde unter dem gemeinsamen Vorsitz des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) die Expert:innengruppe zur Beobachtung und Analyse der Inflationsentwicklung (EBAI) eingerichtet. Deren Berichte lesen Sie hier:

Vierter Bericht:

Der vierte Bericht der Expert:innengruppe zur Beobachtung und Analyse der Inflationsentwicklung (EBAI) (PDF, 1 MB) wurde am 19. Juni 2024 im Ministerrat beschlossen.

Der Bericht zeigt, dass die Inflation in Österreich weiter deutlich rückläufig ist. Damit setzt sich der bereits 2023 begonnene Trend fort. Neben der Aufbereitung der aktuellen Inflationsentwicklungen werden insbesondere die Energie- und Lebensmittelpreise und die wesentlichen Preistreiber, sowie die Entwicklung der realen verfügbaren Haushaltseinkommen analysiert. In zwei Kapiteln des vierten EBAI-Berichts werden Preisunterschiede von Lebensmitteln an der Landesgrenze zwischen Österreich und Deutschland analysiert, sowie die neueste Prognose der Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und Getränke präsentiert. Außerdem geht eine Analyse der Österreichischen Nationalbank der Frage nach, wer von der hohen Inflation in Österreich profitiert und auf welche Kostenkomponenten die steigenden Preise zurückzuführend sind. Abschließend werden Analysen des Budgetdienstes des österreichischen Nationalrates zur Entwicklung der realen verfügbaren Haushaltseinkommen dargelegt. Dabei zeigt sich, dass die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung die real verfügbaren Einkommen insbesondere in den unteren Einkommenssegmenten stabilisieren konnten.

Dritter Bericht:

Der dritte Bericht der Expert:innengruppe zur Beobachtung und Analyse der Inflationsentwicklung (EBAI) (PDF, 3 MB) wurde am 21. Juni 2023 im Ministerrat beschlossen.

Die Inflation in Österreich ist im Wesentlichen Folge internationaler Ereignisse. Aus diesem Grund werden im dritten Bericht das aktuelle Inflationsumfeld und die Treiber der Inflation umfassend beleuchtet. Internationale Vergleiche von IWF und Bruegel belegen, dass Österreich beim Umfang der Entlastungsmaßnahmen, um die hohe Inflation zu bekämpfen bzw. abzufedern, im Spitzenfeld liegt. Außerdem werden Analysen des Budgetdienstes des österreichischen Nationalrates zur Verteilungswirkung der Entlastungsmaßnahmen dargelegt. Abschließend werden die bislang beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung und Abfederung der hohen Inflation in Österreich – sie umfassen für den Zeitraum 2022-2026 insgesamt mehr als 49 Mrd. € – im Überblick dargestellt.

Zweiter Bericht:

Am 30. November 2022 wurde der zweite Bericht der Expert:innengruppe zur Beobachtung und Analyse der Inflationsentwicklung (EBAI) (PDF, 3 MB) im Ministerrat beschlossen.

Neben den aktuellen Inflationsentwicklungen werden insbesondere die Funktionalität der Energie- und Treibstoffmärkte analysiert. Nach einem starken Anstieg der Verbraucherpreise um voraussichtlich mehr als 8 % im Jahr 2022 erwarten die Forschungsinstitute auch für das kommende Jahr abermals einen kräftigen Preisauftrieb von mehr als 6,4 %. Der Höhepunkt des Inflationsanstieges wird um den Jahreswechsel erwartet. Die wesentlichen Treiber der Inflation sind nach wie vor die Preisentwicklungen auf den Energie- und Treibstoffmärkten. Diese Märkte standen daher auch im Fokus des zweiten Berichts der EBAI.

Erster Bericht:

Nach vielen Jahren geringer Inflation, sieht sich die Europäische Union und auch Österreich zunehmend mit einer stärkeren Inflationsentwicklung konfrontiert. Die Statistik Austria erwartet in ihrer aktuellen Schnellschätzung eine Inflationsrate von 7,7% für Mai 2022. Damit erreicht die Inflation in Österreich den höchsten Wert seit fast 50 Jahren.

Die Expert:innengruppe zur Beobachtung und Analyse der Inflationsentwicklung (EBAI) hat dem Ministerrat am 15.06.2022 den ersten Bericht (PDF, 2 MB) vorgelegt. Dieser Bericht bietet der Bundesregierung und dem Nationalrat eine erste Einschätzung zur Entwicklung der Inflation, sowie Vorschläge zu potenziellen Gegenmaßnahmen gegen die Teuerung und ihre Auswirkungen.

Die EBAI-Mitglieder, insbesondere Vertreter:innen von Bundesministerien, Interessensvertretungen und unabhängigen Expert:innen-Organisationen, haben insgesamt 105 Vorschläge zur Bekämpfung bzw. Abfederung der Inflation eingebracht, diskutiert und gegenseitig kommentiert. Diese Vorschläge und Ideen beinhalten sowohl kurzfristige als auch langfristige, strukturelle Maßnahmen.

Außerdem haben WIFO, IHS und OeNB neue Inflationsprognosen für diesen Bericht erstellt. Demnach wird die Teuerung 2022/2023 höher ausfallen als noch im März 2022 prognostiziert wurde. Für 2022 wird eine Teuerung zwischen 7 % und 7,5 % erwartet und erst für 2023 mit einer merklichen Abschwächung der Inflationsdynamik auf 4,2 % bis 5,0 % gerechnet.

Die sozialen Folgen der Teuerung

Der Sammelband „Die sozialen Folgen der Inflation“ (PDF, 2 MB) beleuchtet die Teuerung in Österreich und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung. Es wird analysiert, welche Haushalte und Personengruppen besonders von der hohen Inflation betroffen sind und wie die Bevölkerung auf die damit verknüpften Herausforderungen reagiert hat. Auch die von der österreichischen Bundesregierung getroffenen Unterstützungsmaßnahmen gegen die Teuerung und deren Wirkung werden thematisiert und diskutiert. Der Sammelband besteht aus zwei Forschungsarbeiten. Im Beitrag „Inflation in Österreich - Evidenz zu den Folgen für besonders Betroffene, zur Wirksamkeit von Entlastungsmaßnahmen und zu Lücken im Unterstützungsangebot“ von Karin Heitzmann und Jeremias Staudinger vom Forschungsinstitut Economics of Inequality der Wirtschaftsuniversität Wien werden quantitative Ergebnisse zu den Folgen der Teuerung vorgestellt. Für den Beitrag „Die Teuerung und das untere Einkommensdrittel: Wirkungen und Strategien“ von Evelyn Dawid von der Armutskonferenz wurde eine qualitative Erhebung zur sozialen Lage aus der Sicht von Betroffenen durchgeführt. Sie lässt Betroffene direkt zu Wort kommen und enthält eine Vielzahl lebensnaher Details.

Wer bezahlt die Kosten der Covid-19-Krise?

Einstellungen zu sozialen/ökonomischen Fragestellungen thematisiert der European Social Survey (ESS), Covid-19-BefragungTabellenband September 2021. Eine Kurzfassung des Sozialministeriums mit ausgewählten Fragestellungen lesen Sie hier (PDF, 116 KB).

COVID-19: Analyse der sozialen Lage in Österreich

Die COVID-19 –Pandemie ist nicht nur die größte gesundheitliche Krise seit mehr als 100 Jahren, sondern wirkt auch wie ein Brennglas bestehender sozioökonomischer Bruchlinien in unserer Gesellschaft und stellt das Sozialsystem vor enorme Herausforderungen. Das Sozialministerium hat daher eine Reihe renommierter Forschungs- und Universitätseinrichtungen damit beauftragt, die sozialen Auswirkungen der aktuellen Krise in Österreich im Rahmen einer breit angelegten Studie näher zu analysieren und den weiteren politischen Handlungsbedarf zu identifizieren. Die Studie (PDF, 7 MB), die im Oktober 2020 veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass ein gut ausgebauter Wohlfahrtsstaat gemeinsam mit zahlreichen sozialpolitischen Krisenmaßnahmen drastischere Auswirkungen verhindern konnten, wir in naher Zukunft aber vor zahlreichen Herausforderungen stehen werden, die es zu adressieren gilt.

Armutsbetroffene und die Corona-Krise

Um ein möglichst umfassendes Bild über die soziale Lage während der Corona-Krise zu erhalten, ist es neben der sozialwissenschaftlichen Analyse ebenso wichtig, der Perspektive direkt Betroffener ausreichend Raum zu geben. Daher wurde vom Sozialministerium eine Erhebung zur sozialen Lage aus der Sicht von Betroffenen (PDF, 2 MB) in Auftrag gegeben, die im Oktober 2020 erschienen ist.

Um die andauernden Auswirkungen der Corona-Krise und die Änderungen der Betroffenheit im Zeitverlauf zu untersuchen, wurde die Folgestudie „Armutsbetroffene und die Corona-Krise 2.0“ (PDF, 1 MB) beauftragt. Ein Schwerpunkt lag dabei speziell auf  Jugendlichen aus ökonomisch benachteiligten Haushalten.

COVID-19 und Migrationshintergrund

Die im Juni 2021 veröffentlichte und vom Sozialministerium geförderte Studie „COVID-19 und Migrationshintergrund“ (PDF, 540 KB) analysiert die Erreichbarkeit von Migrant:innen und Geflüchteten, ihren Umgang mit den COVID-Maßnahmen, zielgruppenspezifische Barrieren des Zugangs zu Gesundheitsinformationen und die sozioökonomischen Herausforderungen während der Pandemie.